Törnbericht aus Griechenland

| | Reisetipps

Griechenland gehört zu den Traumzielen vieler Segler in Europa. Die stürmischen Kykladen im Osten, das meistens ruhige und beschauliche Ionische Meer im Westen und dazwischen der Saronische Golf. Nicht nur geografisch liegt dieses Segelrevier in der Mitte, sondern auch im Bezug auf Wind und Segelbedingungen. Und genau dorthin ging es im Juni für einen einwöchigen Segeltörn.

Starthafen Alimos

Die Marina Alimos ist die größte Yachtmarina vor den Toren Athens. Vom Flughafen aus braucht man je nach Verkehr mit dem Taxi zwischen 30 und 50 bis 60 min und zahlt 40€. Mit dem Bus X96 ist es günstiger, aber es dauert auch länger. Ist man einmal angekommen, geht oft die Suche nach dem richtigen Steg los, die Marina ist sehr weitläufig. Nachdem im Office der Papierkram erledigt ist, steht der große Törneinkauf bevor. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: entweder man geht in eine der beiden Supermärkte in Laufweite der Marina oder man wartet bis man von jemanden angesprochen wird, der die Crew kostenlos zu einem Supermarkt und mit Einkauf zurückbringt. Kostenlos ist hier aber relativ, da die Preise im Supermarkt meist teurer sind. Dafür muss man sich um wenig kümmern. Wer zwischendurch eine Pause braucht, kann entweder in eines der Cafes in der Marina gehen, oder in das direkt nördlich der Marina gelegene Strandrestaurant. Dort kann man auch gleich ins kühle Nass springen.

Seit 2 Jahren gibt es einen neuen Besitzer. Die Büros der Charterfirmen sind seit dem alle zentral im Charter Village genannten, provisorischen Containerdorf untergebracht. Es soll aber ein neues Gebäude auf dem Marinagelände errichtet werden, wo die Charterfirmen untergebracht werden. Auch ansonsten ist jetzt alles etwas geordneter. Keine wild errichteten Stände und Büros mehr auf den Stegen und alle Piers sind mit Schranken versehen, auch die Sanitäranlagen wurden wieder auf Vordermann gebracht.

Raus aus dem Hafen

Trotzdem möchte man natürlich gerne am ersten Törntag noch auslaufen. Im Juni ist dies aufgrund der sehr langen Tage kein Problem. Es ist bis 21 Uhr hell und die nächste Ankerbucht nicht weit entfernt. Ca. 1h südlich der Marina bieten sich je nach Windrichtung verschiedene Optionen. Bei südlichen Winden kann man in der Bucht Voula ankern, bei nördlichen Winden muss man noch um die Landsitze herum fahren nach Varkiza. In der dazwischen gelegenen Bucht Vouliagmenis finden aktuell Bauarbeiten an der Marina statt, im Westteil iist Ankern verboten. Sowohl in Voula als auch in Varkiza ist an den Sommerwochenenden noch laute Musik von den Beachbars. Also am besten ab an Land zum Mittanzen.

Poros

Von Voula ist es nicht weit bis nach Poros. Der Hafen ist sehr beliebt bei Seglern und gehört bei den meisten fest in den Törnplan. Die Insel ist nur durch einen Kanal vom Festland getrennt, es verkehrt eine Autofähre. Seit die Uferpromenade, die mehrere Jahre teilweise eingestürzt war, gibt es wieder mehr Liegeplätze am Hafen, wer allzu spät kommt, bekommt meist noch ein Plätzchen. Die besten Liegeplätze sind am Eingang in den Kanal. Hier ist das Fahrwasser so eng, dass man nicht - wie sonst üblich - mit Buganker festmacht, sondern längsseits liegen muss. Hier hat man keinen Stress mit verknoteten Ketten und hier liegt man auch mit Abstand am ruhigsten. 

Poros hat alles zu bieten, was das Seglerherz begehrt. Es gibt Wasser und Strom, für abends gute Restaurants zum Essengehen, ein paar Bars für die Nachtschwärmer, und wer tagsüber die Insel erkunden möchte, kann sich einen Roller oder ein Quad schnappen und über die Insel düsen. Ansonsten laden auch die unzähligen Cafés und Läden zum Verweilen ein.

Hydra

Hydra ist nur eine kurze Tagesetappe von Poros entfernt und der wohl chaotischste Hafen in Griechenland. Es gibt ca. 10 bis 15 Gastliegepätze, der Rest des Hafens ist mit Fischer- und Taxibooten belegt. Trotzdem liegen in der Hochsaison gut und gerne 50 Boote im Hafen. Da man aber auch in Hydra mit Buganker anlegen muss, wird kreuz und quer durcheinander geankert, Hafenkino ist also vorprogrammiert. Manchmal könnte man fast meinen, trockenen Fußes quer über das Hafenbecken laufen zu können, so voll ist es.

Ansonsten ist Hydra ein kleines pittoreskes Hafenstädtchen, direkt hinter der Stadt steigen die Berge hoch auf, von wo aus man einen wunderbaren Blick über den Hafen hat. Auf der Insel gibt es nur wenige Autos. Haupttransportmittel sind Esel, die überall am Hafen herumstehen und mal Touristen über die Insel tragen und mal Ziegelsteine von der Fähre zur nächsten Baustelle tragen. Den Sonnenuntergang sieht man am besten von einer der Bars westlich des Hafens, mit ihren Terrassen hoch über dem Meer und dem perfekten Blick wie die Sonne im Meer versinkt.

Buchten

Im Saronischen Golf und Golf von Hydra gibt es einige Buchten, die auch sehr gut zum Übernachten geeignet sind. Vor allem Ormos Skindos auf Dokos, erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Die Bucht war vor einigen Jahren eine Zeit lang gesperrt, da hier archäologische Ausgrabungen stattgefunden haben, mittlerweile ist sie wieder fest in der Hand der Segel- und Motoryachten. Die Bucht ist sehr groß und trotzdem von den meisten Windrichtungen gut geschützt, hier findet immer einen passenden Ankerplatz. Auf der Insel gibt es Ziegen und Esel. Oft bekommt man abends oder morgens von Besuch und ab und an kommt auch der Schäfer vom Festland rüber. 

Wenn Sie weitere Infos für Ihren nächsten Charterurlaub ab Athen brauchen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.