(Zusammen-) Leben an Bord

Weil alle buchstäblich in einem Boot sitzen, müssen sie sich laufend über viele Dinge einigen, die an Land nicht besonders auffallen. So wird ein einzelner Langschläfer zum Stein des Anstoßes, da es mit der Ruhe vorbei ist, wenn das mit Geräusch verbundene Leben an Bord beginnt, vom Motorengeräusch beim Ablegen mal ganz abgesehen.

Auch leidenschaftliche Anhänger der Demokratie werden auf dem Wasser die Grenzen dieser Lebensform kennen lernen. Es ist kein Zufall, dass auf Booten von alters her der Kapitän alle Vollmachten hat, aber auch die ganze Verantwortung trägt.

Um endlose Diskussionen zu vermeiden, sollte vor Beginn der Fahrt ein Kapitän bestimmt werden. Es bietet sich natürlich an, das Crewmitglied zu ernennen, das die meiste Erfahrung hat. Alle anderen Mitglieder müssen ihn und auch seine Entscheidungen akzeptieren, da ein Untergraben seiner Autorität nur zu Querelen führt, die ja eigentlich vermieden werden sollten. Eine angespannte Atmosphäre ist auf einem Boot wesentlich schwerer zu ertragen, als an Land, da man sich nur schwer aus dem Weg gehen kann.

Ist einmal ein Kapitän bestimmt, so heißt das natürlich nicht, dass dieser den ganzen Tag am Steuer steht. Diese Aufgabe sollte genauso aufgeteilt werden, wie jede andere Aufgabe an Bord auch.

Grundsätzlich empfiehlt sich an Bord eine gewisse Rollenverteilung, weil dies die leidigen Debatten erspart und zudem die Geschicklichkeit des Einzelnen an seinem Platz fördert. Es ist also zum Beispiel sinnvoll, dass ein jüngerer, kräftigerer Mensch, der gefahrlos an Land springen kann, sich der vorderen Leine widmet. Die hintere Leine vertraut man am besten einem umsichtigen Besatzungsmitglied an. Am Heck wird etwa beim Aufwärtsschleusen nicht so viel Kraft benötigt, aber man hat eine gute Übersicht über das ganze Boot und kann von da aus melden, falls etwas nicht in Ordnung ist oder beim Ablegen noch nicht alle an Bord sind. Für die gesamte Besatzung ist es ungeheuer entspannend, wenn bei dem Ruf: „Schleuse in Sicht “ jeder weiß, was er zu tun hat.

Ähnliches gilt auch für das Leben unter Deck. Findet sich jemand, der gerne kocht oder sich gerne um den Abwasch kümmert -- gut so. Sollten sich solche Wohltäter nicht finden, so sorgt ein abgesprochener Plan dabei, Unstimmigkeiten zu vermeiden. Halten sich alle an die aufgestellten Regeln und Pläne so sollte der Urlaub nicht nur ein unvergessliches Erlebnis, sondern auch eine Erquickung für die Seele sein.

Nicht nur das zwischenmenschliche Zusammenleben an Bord unterscheidet sich zu dem an Land, sondern auch das übrige Leben. Während der Strom für den Föhn zuhause einfach aus der Steckdose kommt, ist das auf dem Boot nicht ganz so einfach. Hier wird der Strom über eine Batterie, die vom Motor nachgeladen wird, erzeugt. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig den Motor täglich für einige Stunden laufen zulassen. Über die Batterie ist eine 12-Volt Stromversorgung gewährleistet und über entsprechende Adapter können Handy, Notebook und Kamera (wie im PKW) aufgeladen werden. Gibt es keinen 12-Volt/ 220-Volt- Umformer, so sollte es tunlichst vermieden werden andere elektrische Gegenstände anzuschließen.

Ein sparsamer Gebrauch von Strom ist ebenso empfehlenswert, wie ein sparsamer Gebrauch von Wasser. Die Boote haben einen Frischwassertank, der gefüllt für ein paar Tage ausreicht. Von diesem Tank werden alle Wasserentnahmestellen gespeist. Dieser kann an fast jeder Anlegestelle wieder gefüllt werden. Über den Motor wird das Wasser erhitzt, also sollte vor einer heißen Dusche am Morgen dieser bereits ein Weilchen laufen. Es empfiehlt sich möglichst oft den Wasservorrat aufzustocken. Sollte es dennoch passieren, dass der Tank nahezu leer ist, so muss die Pumpe abgestellt werden, da diese sonst beschädigt wird.

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