Sicherheit & Unfallverhalten

Oberstes Gebot sollte für jedes Crewmitglied die Sicherheit an Bord sein. Aus diesem Grund beachten Sie bitte die folgenden Hinweise.

Tragen Sie beim Überqueren eines Sees und im Beiboot immer eine Schwimmweste; tragen Sie rutschfeste Schuhe und rennen Sie nicht an Bord; versuchen Sie nie eine eventuelle Kollision mit der Hand oder dem Fuß zu verhindern, dies kann zu schweren Unfällen führen; fahren Sie nie unter Einwirkung von Alkohol oder sonstigen Drogen und achten Sie im Besonderen auf die Kinder an Bord.

Potentiell gefährliche Gegenstände, wie Leuchtraketen oder Feuerlöscher sollten für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden. Kinder sollten bei Manövern, wie z.B. Anlegen, Ablegen oder beim Schleusen grundsätzlich Schwimmwesten tragen und sowohl Beine als auch Arme nicht über die Reling baumeln lassen. Kinder im Beiboot hinter dem Boot herzuziehen ist nicht erlaubt.

Im Falle eines Unfalls ist zuallererst Ruhe zu bewahren; jede Art von Panik an Bord verzögert eine hilfreiche Reaktion oder kann die Situation sogar verschlimmern. Sorgen Sie dafür, dass alle Crewmitglieder eine Schwimmweste tragen, wo diese verstaut sind, sollte man sich bei Übernahme des Bootes fest einprägen. Des Weiteren ist der Vermieter an der Ausgangsbasis sofort über den Unfall zu informieren.

Ein Leck in der Bordwand unterhalb der Wasserlinie ist wohl der größte anzunehmende Unfall und doch lässt sich mit kühlem Kopf ein Sinken des Bootes vermeiden. Auf schmalen Kanälen und nicht sehr breiten Flüssen versuchen Sie, das Boot am Ufer auf Grund zu setzen. In einem solchen Fall sollten Sie das Schiff mit mehreren Leinen, die nach vorn ausgebracht werden, an Land sichern, sodass Sie das Boot über den Bug verlassen können. Es empfiehlt sich das Leck mit Handtüchern, Kissen etc. abzudichten.

Sollten Sie sich auf einem größeren Gewässer wie einem See befinden, so müssen Sie die Bilgepumpe umgehend per Hand in Betrieb nehmen, nach dem Leck suchen und dieses versuchen abzudichten. Gleichzeitig sollte der Versuch das Ufer anzusteuern nicht außer Acht gelassen werden. Sorgen Sie dafür, dass andere auf Ihre Situation aufmerksam werden. Notsignale, mit denen man Hilfe herbeiruft, sind neben roten Leuchtkugeln ein deutlich sichtbarer Mensch an Bord, der seine nach beiden Seiten ausgestreckten Arme langsam hebt und senkt, auch mehrere lange Töne oder ein Dauerton mit dem Signalhorn.

Wenn Sie auf Grund gelaufen sind, sollten Sie zunächst überprüfen, ob das Boot leckt. Ist dies nicht der Fall und Sie sind langsam auf weichen Grund gelaufen, so versuchen Sie vorsichtig das Boot zu befreien. Hierbei gilt immer, dass man versucht sich in die Gegenrichtung zu bewegen, um nicht weiter in die Untiefe zu gelangen. Eine Möglichkeit ist die Wasserverdrängung und den Wellenschlag eines vorbeifahrenden Bootes auszunutzen, oder aber Sie probieren mit Hilfe des Rückwärtsganges sich aus dieser Situation zu befreien. Rhythmisches Schaukeln durch abwechselnde Verlagerung des Gewichts zu den Seiten, der so genannte „Totentanz auf dem Schiet“, trägt zur Lockerung des Grundes aus Schlick und Sand bei. Wenn dies alles nichts hilft, rufen Sie bitte Ihre Ausgangsbasis an. Wenn der Grund auf den Sie aufgelaufen sind felsig ist, so versuchen Sie bitte nicht sich zu befreien, da die Gefahr eines schnellen Sinkens sehr groß ist. Kontaktieren Sie die Vermieter, sodass geschultes Personal Ihnen in dieser Lage helfen kann.

Bei einem Feuer an Bord hilft bei kleinen Brandherden ein Ersticken der Flamme mit einer meist in der Küche befindlichen feuerfesten Decke oder einer nassen Wolldecke. Sie können den brennenden Gegenstand natürlich auch unter größter Vorsicht über Bord werfen oder versuchen mit Wasser zu löschen. Beachten Sie bitte, dass der an Bord befindliche Feuerlöscher der Luft und somit dem Feuer nicht nur den Sauerstoff entzieht (Erstickungsgefahr in geschlossenen Räumen!), sondern auch erhebliche Reinigungsarbeiten zur Folge hat. Aus diesen Gründen sollten Sie den Feuerlöscher nur benutzen, wenn dem Feuer nicht anders beizukommen ist.

Sollte eine technische Panne, etwa des Motors, der Steuerung oder sonstiger wesentlicher Einrichtungen auftreten, setzen Sie sich ohne Verzögerung mit der Bootsbasis in Verbindung, die Ihnen so schnell wie möglich Hilfe zukommen lassen wird. Bei Versuchen den Schaden selber zu beheben, kann sich die Situation verschlimmern. Generell ist das Abschleppen eines anderen Charterbootes über längere Strecken nicht erlaubt. Professionelle Hilfe ist auch von Nöten, wenn jemand an Bord verletzt wird oder schwer erkrankt.

Eine „Mann-Über-Bord Situation“ kann trotz Einhaltung aller Sicherheitsregeln durchaus eintreten. Auch hier gilt in erster Linie: Ruhe bewahren. Wichtig in dieser Situation ist, dass jedes Besatzungsmitglied weiß, was es zu tun hat. Aus diesem Grund sollte zu Beginn der Bootsreise das „MannÜber- Bord-Manöver“ geübt werden. Man wirft einen Rettungsring außenbords und versucht ihn bei Annäherung mit dem Bootshaken zu bergen. Was einfach klingt, gelingt Anfängern keineswegs immer auf Anhieb.

Im Ernstfall sofort laut „Mann über Bord“ rufen! Gashebel blitzschnell auf Leerlauf stellen, da der Kontakt mit der laufenden Schiffsschraube schwere und sogar tödliche Verletzungen nach sich ziehen kann! Nach dem ins Wasser Gefallenen Ausschau halten und ihm einen Rettungsring zuwerfen ohne ihn dabei am Kopf zu treffen! Das Heck mit der Schraube von dem über Bord Gegangenen wegdrehen! Dann langsam mit dem Bug heranmanövrieren, wobei sich die Person auf der dem Wind abgewandten Seite, also im Lee, befinden sollte. So treibt man langsam auf sie zu. Am einfachsten ist es, das Boot über eine Badeleiter zu erklimmen. Diese befindet sich meist am Heck, also in Schraubennähe. Deshalb in jedem Fall Leerlauf oder gar die Maschine stoppen, wenn der zu Rettende zum Heck treibt.

Besitzt das Boot keine Badeleiter, wird man ihn an Bord hieven müssen. Hilfreich ist es hierbei eine Leine mit Schlinge am Ende zu Wasser zulassen. Diese kann in angemessener Höhe als Trittstufe dienen. Ist das Ufer nicht allzu weit entfernt, so ist es oft einfacher, dass der über Bord Gegangene zum Ufer schwimmt, als wieder an Bord zu klettern.

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